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September 2018

EDI-Net auf einen Blick

Die EDI-Net (Energy Data Innovation Network) - Initiative analysiert und kommuniziert Strom-, Gas- und Wasserdaten von intelligenten Zählern im Stunden- oder Halbstundentakt in öffentlichen Gebäuden, um Energieverluste  und -einsparungsmöglichkeiten zu identifizieren, den Verbrauch zu reduzieren und Geld einzusparen. Die Initiative richtet sich an kommunale Entscheidungsträger, Finanzplaner, Energie- und Gebäudemanager sowie Gebäudenutzer. Ein Online-Forum und Workshops erleichtern den Austausch von Wissen, Erfahrungen und bewährten Praktiken, um die Behörden bei der Umsetzung ihrer nachhaltigen Energie- und Klimaprogramme zu unterstützen.

EDI-Net hilft Kommunen Wasser einzusparen

Seit geraumer Zeit nutzen unsere drei Pilotstädte die verschiedenen EDI-Net Tools, um damit ihren Energie- und Wasserverbrauch kontinuierlich zu überwachen und zu optimieren. Wie damit unkompliziert und zeitnah Verschwendungen aufgedeckt werden können, erzählt Alexander Nordhus, Energiemanager der Stadt Nürnberg: „Als Energiemanager müssen Sie den Energieverbrauch vieler Gebäude im Auge behalten. Da die Zahl der Hausmeister in letzter Zeit abgenommen hat, ist es umso wichtiger, einen übermäßigen Ressourcenverbrauch von außen  schnell erkennen zu können.

Anfang Mai zeigte sich bei der täglichen Routine der Überprüfung aller Smiley-Gesichter für zwei Zähler ein ungewöhnlich hoher Wasserverbrauch. Eines der Gebäude ist eine große Schule von mehr als 10.000 m2, das andere Gebäude ist ein Wohnheim für Obdachlose mit einer Wohnfläche von ca. 3.000 m2. Die zuständigen Hausmeister, die zu diesem Zeitpunkt noch nichts von den hohen Verbräuchen wussten, wurden informiert. Im Männerwohnheim wurde die Ursache daraufhin schnell entdeckt: Ein Schlauch, mit dem ein Gartenteich mit Wasser gefüllt wurde, war nicht abgedreht worden, nachdem der Teich voll war. Dadurch wurde kontinuierlich Wasser in den Garten gespült und versickerte.

In der Schule dauerte die Suche nach der Ursache länger. Anlässlich einer besonderen Schulveranstaltung waren die Toiletten auf Dauerbetrieb gestellt, so dass diese alle 30 Minuten, 24 Stunden am Tag, gespült wurden.

Ohne EDI-Net wäre der Fehler wohl nur durch Zufall erkannt worden, was nach unseren Erfahrungen bis zu drei Monate hätte dauern können. Alles in allem hat EDI-Net in beiden Fällen dazu beigetragen, mehr als 1.300 m³ Wasser – und somit rund 6.700 Euro einzusparen!“

Lesen Sie mehr über den Einsatz von EDI-Net in Schulen, bei der alltäglichen Arbeit von Energiemanagern oder über finanzielle Anreize hier.

EDI-Net Policy Paper über Anforderungen an die Smart Meter-Regulierung von Kommunen

Inzwischen ist allgemein anerkannt, dass häufige Datenmessungen entscheidend sind, um Energie- und Wasserverschwendungen zu reduzieren. Leckagen und andere Mängel können schneller erkannt und Gebäudesysteme bedarfsgerecht programmiert werden. Daten können auch genutzt werden, um das Bewusstsein zu schärfen, wie es aktuell im Rahmen des EDI-Net-Projekts geschieht. Die aktuelle EU-Gesetzgebung baut auf einer einfachen Beziehung zwischen Kunden, Zählern und Versorgungsunternehmen auf. Das trifft allerdings häufig nicht auf Kommunen zu, in denen zentrale Energieabteilungen ein großes und vielfältiges Portfolio von Gebäuden verwalten - häufig mit eigenen Energieverträgen.

EDI-Net hat nun aufgezeigt, dass Kommunen nur eingeschränkt auf Smart Meter-Daten ihrer Gebäude zugreifen können. Selbst in Ländern, in denen die Einführung von Smart-Meter-Geräten bereits weit fortgeschritten ist, ist es in der Praxis oft nicht möglich, eine Verbesserung der Energieeffizienz zu erreichen. So werden in Spanien beispielsweise die Kurzzeitzählermessdaten nur am Monatsende zur Verfügung gestellt und es kann nicht kurzfristig auf zu hohe Energieverbräuche reagiert werden. In Großbritannien konnten "transparente Verfahren" für den Datenaustausch nicht mit Beschwerden an die Abwicklungsstellen durchgesetzt werden und in Deutschland ist die Interoperabilität mit Energiemanagementsystemen begrenzt. In Frankreich erweist es sich weiterhin als schwierig, die Genehmigung für den Zugriff auf Messdaten durch mehr als eine Behörde zu erhalten. Diese Liste kann auf andere EU-Länder bezogen sicherlich noch fortgesetzt werden.

Ein näherer Blick hat zusätzlich ergeben: Kommunen, die "mit gutem Beispiel vorangehen", um die Energieeffizienz ihres Gebäudebestandes durch Informations- und Kommunikationstechnologie zu erhöhen, sehen sich mit immer größeren Schwierigkeiten konfrontiert, auf die Daten zuzugreifen, auf die sie bereits seit Jahren Zugriff hatten. Wenn Lieferanten nämlich intelligente Zähler installieren, trennen sie regelmäßig den Kundenzugang vom alten Zähler und die Kommunen können das Gebäude nicht mehr überwachen, es sei denn, sie investieren ein zweites Mal. Weitere Probleme ergeben sich auch aus der unzureichenden Definition von Smart Meter-Geräten und -Standards, was dazu führt, dass Geräte eingeführt werden, deren Funktionalitäten nicht mit den Möglichkeiten der vorhandenen AMR-Hardware übereinstimmen.

Damit die EU-Energieeffizienzziele erreicht werden können, besteht der Bedarf eines besser abgestimmten Entwicklungsprozesses bei der Einführung und Inbetriebhaltung von Smart-Meter-Geräten in Kommunen. Vor allem eine zielgerichtete Kommunikationsstrategie sollte den Weg begleiten, und das bedeutet, dass alle Beteiligten auf eine crosssektionale Weise eingebunden werden müssen: sowohl die Legislative, als auch die betroffenen kommunalen Ämter und Abteilungen, sowie die Gebäudenutzer, die erst durch eine Sensibilisierung des Themas ein energieeffizienteres Verhalten an den Tag legen können.

Das gesamte Policy Paper (auf Englisch) finden Sie hier.

Spannender Austausch zwischen kommunalen VertreterInnen bei Workshops in Leicester und Nürnberg

Im Juni und Juli kamen bei EDI-Net Workshops in Nürnberg und Leicester VertreterInnen aus deutschen und englischen Kommunen zusammen, um gemeinsam über Strategien zur Verbesserung der Energieeffizienz zu sprechen. Die Energiemanager der Pilotstädte zeigten, wie sie EDI-Net in ihrem Arbeitsalltag nutzen, um schnell und unkompliziert Wasser- und Energieverschwendung aufzudecken. Besonders spannend sind die Ergebnisse, die die Umweltschulen in Leicester mithilfe von EDI-Net umgesetzt haben: bereits Grundschüler beschäftigen sich mit den Smileys, die ihnen ihren Energie- und Wasserverbrauch zeigen, und verhalten sich dadurch ressourcenschonender. Die SchülerInnen achten nun verstärkt darauf, Fenster zu schließen, während geheizt wird oder das Licht auszuschalten, wenn es nicht mehr benötigt wird.

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren? Am 03. Oktober 2018 von 12.30 Uhr-16.00 Uhr (BST) findet der Workshop „Energiemanagement in Schulen“ in Leicester, Großbritannien, statt. Die Veranstaltung ist kostenlos. Um einen Platz zu buchen, schreiben Sie bitte so schnell wie möglich an SchoolsEnergy.eventbrite.co.uk oder Lee.Jowett@leicester.gov.uk

EDI-Net Webinare online!

Sie hatten Interesse an einem unserer EDI-Webinare und haben es leider verpasst? Das ist kein Problem! Sie können sich hier die Webinar-Aufzeichnungen anschauen.

Utilising metering data with EDI-Net (auf Englisch)
Nutzung der monatlichen Messdaten zum Benchmarking des Gebäudeportfolios
(auf Englisch)
EDI-Net Best Practice Anwendungsfälle
(auf Englisch) 

Veranstaltungen

Connecting Cities ‒ Kommunale Lösungen für globale Herausforderungen

1. – 3. Oktober 2018 | Barcelona, Spanien

Unsere Städte und Gemeinden sind bereits heute dabei, gemeinsam Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln. Jeden Tag wenden Kommunen innovative Strategien an, um neue Bündnisse und Netzwerke für eine gerechtere, nachhaltigere und widerstandsfähigere Gesellschaft zu ermöglichen. Connecting Cities stärkt netzwerkbasierte Ansätze für die Bewältigung globaler Herausforderungen, indem es lokale und regionale Akteure aus ganz Europa zusammenbringt. Gemeinsam machen wir Probleme zu Lösungen!
Mehr Infos hier.

Kommunale Klimaschutzkonferenz des Klima-Bündnis in Deutschland

Die Kommunale Klimaschutzkonferenz ist die Klima-Bündnis-Konferenz für Mitglieder in Deutschland. Die Konferenz findet am 13. November in Kaiserslautern statt, mit einem Rahmenprogramm, das am 12. November mit einer Reihe von Arbeitsgruppen beginnt und am 14. November endet.
Mehr Infos hier.

Weitere EDI-Net Trainingssessions 2018

12. November 2018 Kaiserslautern, Deutschland:

Am Montag, 12. November 2018 findet die nächste Trainingssession in Kaiserslautern statt. Es wird eine Einführung und Überblick über das EDI-Net System sowie dessen Softwaretools geben. Zudem werden Erfahrungen und praktische Beispiele aus unseren Pilotstädten vorgestellt. Die Teilnahme ist kostenlos. Auf Wunsch können Kosten für An- und Abreise sowie ggfs. eine Hotelübernachtung bis zur Höhe von €200 (national) bzw. €500 (internationale Anreise) erstattet werden. Bitte vermerken Sie dies bei Ihrer Anmeldung. Anmeldungen bitte an Wolfgang Hofstetter, Europäische Geschäftsstelle des Klima-Bündnis, +49 69 717 139 -13 oder an info@edi-net.eu 

Leicester, Großbritannien:

Am Mittwoch, 03. Oktober 2018 von 12.30 Uhr - 16.00 Uhr (BST) findet der Workshop „Energiemanagement in Schulen“ in Leicester, Großbritannien, statt. Die Veranstaltung ist kostenlos. Um einen Platz zu buchen, schreiben Sie bitte so schnell wie möglich an SchoolsEnergy.eventbrite.co.uk oder Lee.Jowett@leicester.gov.uk

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