Unsere Initiative

Das Energy Data Innovation Netzwerk (EDI-Net) existiert seit 2016 und basiert auf einem Horizon 2020-Projekt der Europäischen Kommission. Seit regionale und lokale Behörden der EU-Mitgliedsstaaten Energieffizienzpläne erstellen, wurde zunehmend deutlich, dass nicht viel Wissen darüber besteht, wie die Energieeffizienz öffentlicher Gebäude verbessert werden kann.

Im Rahmen des von der EU kofinanzierten Projekts SMARTSPACES, das als Vorläufer von EDI-Net gelten darf, wurde bereits eine belastbare Strategie zur Verbesserung dieser Situation entwickelt. Mit dem Service von SMARTSPACES gelang es europäischen Kommunen erstmals, mit Hilfe von Daten von „Intelligenten Zählern“ (Smart Meter Data) das Energiemanagement ihrer öffentlichen Gebäude deutlich zu verbessern. Diese Informationen wurden mit den Angaben vieler Gebäudenutzer verknüpft, um hierüber die Energieeffizienz abzuleiten. Im Ergebnis dieses Vorgehens gelang eine Unterstützung der Gebäudemanager bei dem Betrieb bzw. der Instandhaltung der Gebäudeenergiesysteme, wodurch die Wahrnehmung über den Energieverbrauch gesteigert wurde.

EDI-Net greift die Ansätze von SMARTSPACES auf und unterstützt öffentliche Verwaltungen darin, ihre Energieeffizienz- und Erneuerbare Energie-Pläne in einem größeren Umfang hinsichtlich Zeit und Qualität zu definieren und zu evaluieren. Mit EDI-Net werden über 600 Entscheidungsträger, Finanzplaner und Energiemanager sowie 3000 Angestellte der öffentlichen Verwaltung direkt angesprochen und eingebunden. Darüber hinaus werden deutlich mehr erwartet – über 25.000 Verwaltungsangestellte, 0,5 Millionen öffentliche Angestellte und Millionen anderer Menschen.

Um dem übergeordneten Anspruch der Umsetzung der nachhaltigen Energiepolitik gerecht zu werden, gibt es drei wichtige Säulen:

  • ein Datenanalysesystem zur Auswertung von Millionen eingelesener Zählerdaten,
  • ein Online-Forum für Kommunen, um sich effektiv mit Gebäudemanagern und Finanzplanern auszutauschen,
  • Netzwerkaktivitäten, mit dem Ziel, Kapazitäten innerhalb des Projekts zu fördern und die Mitwirkung im Netzwerk auszubauen, sowie die Übertragung der Ergebnisse.

Unser Zweifachansatz: Das Zusammenführen von technischer Information mit Angaben von Gebäudenutzern

Technisch gesehen zeigt EDI-Net alle schlecht oder nur unbefriedigend funktionierenden Elemente der Energie- und Wasserversorgung öffentlicher Gebäude an. Der innovative Ansatz ist die Auswertung der zunehmend verfügbaren Kurzzeitmessreihen für Energie und Wasser (üblicherweise stündlich, halbstündlich oder viertelstündlich). Durch die daraus resultierenden Ergebnisse werden die Kenntnis und Wahrnehmung der Gebäudenutzer hinsichtlich des optimalen Betriebs der Gebäude erweitert.

Weiterhin werden über EDI-Net Informationen über gut funktionierende Maßnahmen aus der Praxis ausgetauscht. Dies ermöglicht den Kommunen, gezielter ihre nachhaltigen Energieeffizienzpläne und lokalen Klimaschutzkonzepte umzusetzen und effektive Budgets für Strom und Wasser festzulegen.

Somit wird der Ansatz der Initiative deutlich - nämlich dass die Daten der intelligenten Zähler alleine nicht ausreichen, um eine nachhaltige Energiepolitik umzusetzen. Wenn diese Daten allerdings mit einem Online-Diskussionsforum und somit mit Bewusstseinsbildung und Wissensaustausch auf Augenhöhe verbunden werden, können 5 bis 15 Prozent an Kosten eingespart werden.

Das Projektkonsortium besteht aus sieben Organisationen aus drei europäischen Mitgliedsstaaten (Deutschland, Spanien und Großbritannien). Darunter sind zwei universitätsnahe Forschungsgruppen (DMU und CIMNE), ein führendes europäisches Städtenetzwerk (Klima-Bündnis), eine Forschungs- und Beratungsagentur (Empirica) und drei Kommunen: Katalonien (Spanien) und die Städte Leicester (Großbritannien) und Nürnberg (Deutschland).